Von meiner schönsten "Saite"

Unser kleines Instrument hat nur vier Saiten, aber sie machen den ganzen Klang. Das beste Instrument nützt nichts, wenn unsere Saiten nicht funktionieren.

Aber welche Saiten können was? Im Nachfolgendem möchte ich euch einen Überblick über Ukulelen-Saiten geben, welche Materialen es gibt, wie diese jeweils klingen, sowie Tips & Tricks, damit ihr beim nächsten Saitenkauf bescheid wisst.

Meist sind etwas teurere Instrumente auch schon mit besseren Saiten ausgerüstet, aber auch bei einfacheren Ukulelen können gute Saiten eine Menge „rausholen“. Übrigens ist die Größe der Ukulele hier egal.

Neben den verschiedenen Marken oder Brands gibt es erstmal verschiedene Typen von Saiten. Alle Saiten unterscheiden sich im Aussehen, Anfassen und Klang – sowie im Preis

Nylon-Saiten:
Sind seit den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts erhältlich. Sie klingen auf den meisten Instrumenten warm, dunkle und nicht besonders aggressiv.


Flour-Carbon-Saiten:
Die Carbonsaiten sind dagegen dünner und fühlen sich strammer an. Sie klingen deutlich heller und spitzer, vielleicht auch knackiger. (Erhältlich seit den 80er Jahren).

Nilgut-Saiten
Die Nilgut-Saiten sind sehr beliebt bei vielen Ukulelenspielern. Sie stammen aus Italien und sind weiß. Sie sind dick im Vergleich und klingen warm. Die Saiten sind oft auf neuen besseren Ukulelen aufgezogen und bestehen aus einer Mischung, die einen Darmsaitenklang imitieren soll

Titanium-Saiten
Die Titaniums sind relativ neu (ca. 2005) und stehen so in der Mitte zwischen den beiden oben. Manchmal schimmern sie ein wenig bläulich. Aber die Farben sind natürlich für den Klang immer egal.

Die Qual der Wahl

So, welche sind nun richtig? Mit der richtigen Saitenwahl kann man den Charakter des Instruments verstärken oder ihm auch entgegenwirken.
Je nach dem, ob es knackiger oder wärmer werden soll, ob ihr eher strummt oder Fingerstyle spielt, gibt es immer die richte Saite für euch. Grundsätzlich hilft nur ausprobieren.

Meine Wahl der Saiten

Ich spiele auf meinen beiden hawaiianischen Ukulelen von Kanile’a und Ko’Aloha Carbonsaiten von Worth, die Sorte „worth-clear“. Sie klingen auf diesen Instrumenten mit großem Ton brillant und stimmen gut. Diese beiden Koas haben jedoch auch einen schönen warmen Klang in der Tiefe.
Auf meinen Mahagoni-Ukulelen von Martin und Kala spiele ich dagegen die Nylguts. Sie unterstützen den warmen und ausgeglichenen Klang der Instrumente.

Welcher Hersteller?

Es gibt natürlich viele Hersteller von guten Saiten. Bei D’Addario gibt es Ukulelensaiten aus allen vier Materialien. Die Nilgut heißen hier Nyltech. Viele Firmen bieten spezielle tiefe G-Saiten an. Hier tut es jedoch auch eine normale D-Saite von der klassischen Gitarre, die ihr einfach in der Länge kürzt.

Brands_Strings

Probleme mit den Saiten?

Und machmal müssen Saiten auch nach dem Aufziehen sofort wieder runter. Warum? Wenn sie nicht stimmen. Allgemein sagt man, das Instrument ist nicht bundrein, wenn man die leeren Saiten stimmt und die gegriffenen Töne dann nicht stimmen. Aber das arme Instrument kann nichts dafür.

Im Gegenteil…Bei der Fertigung sägt kein Mensch noch einzelne Schlitze in das Griffbrett. Das wird maschinell erledigt und ist viel genauer. Selbst bei handgebauten Instrumenten werden Schablonen verwendet.

Also: Die Saiten sind schuld. Wie findet ihr das heraus? Wenn ihr neue Saiten aufgezogen habt und sie nach einer halben Stunde des ständigen Nachstimmens dann anfangen, die Stimmung zu halten, kontrolliert ihr mit dem Stimmgerät im Vergleich den Ton des flageolets oder Harmocs am 12. Bund mit dem gegriffenen Ton.

Sie sollten gleich sein. Wenn ihr hier Abweichungen feststellt, kann es beim Greifen böse enden… Alles ist verstimmt und wird auch im Akkord nicht stimmen.

Kleine Abweichungen hier machen nichts, ihr müsst selbst Erfahrungen sammeln, wieviel ihr durchgehen lassen könnt und wann es richtig nervt. Wenn einmal ein Satz nicht gut stimmt, heißt das aber nicht, dass immer alle Saiten der Sorte nicht stimmen.

Wann muss ich die Saiten wechseln?

Am besten, bevor sie von selbst reißen aus Altersgründen, die armen Dinger. Durch das Spielen ergeben sich am Anschlagsort Macken in den Saiten, die sehr geräuschhaft werden können. Spätestens dann ist es bei mir soweit…

Ich spiele Fingerstyle und Strumming auch mit Nägeln – Das schafft erstens schneller Macken und klingt dann zweitens schnell kratzig. Wenn ihr mit Kuppe anschlagt, ist das Problem kaum existent. Aber mit der Zeit verlieren Saiten ein wenig ihre Frische, und neue klingen dann immer dynamischer.

Ich hoffe, ich konnte ein paar Einblicke geben und zum Durchblicken anregen…
Wenn Ihr Fragen habt, die ich hier Blog behandeln kann, bitte stellt sie hier!

Aloha, euer Frank